Georg Philipp Telemann

Georg Philipp Telemann

* 14.3.1681 Magdeburg - † 25.6.1767 Hamburg

 

Georg Philipp Telemann prägte fast 46 Jahre lang, von 1721 bis zu seinem Tod 1767, als Kantor des Johanneums, Musikdirektor der fünf Hauptkirchen und später auch Operndirektor das Musikleben der Stadt.

Die Rezeption seines umfangreichen musikalischen Werks ist durch Widersprüche geprägt: Erfolgreich zu Lebzeiten, wurde er später als Vielschreiber verachtet.

Vielseitig hochbegabt - Georg Philipp Telemann im KQ

Georg Philipp Telemanns Leben und Wirken ist wohl eine der längsten und fruchtbarsten Verbindungen der Hansestadt mit einem Komponisten. Und obwohl er vielfältige Beziehungen in die ganze Welt unterhielt, beispielsweise zu seinem Freund und Kollegen Georg Friedrich Händel in London, schätzte Telemann Hamburg sehr. Seine Verbundenheit mit der Hansestadt zeigt sich in lokalpatriotischen Werken wie die Suite »Hamburger Ebb’ und Fluth« oder die »Alster-Ouvertüre«. 

 

Telemann war ein ruheloser, für Entdeckungen und Neuerungen stets offener Künstler. Die mehr als 3600 Werke seiner langen Schaffenszeit umfassen nahezu alle damals üblichen musikalischen Gattungen. Zusätzlich zu den Auftragswerken für die Stadt Hamburg lieferte der geschäftstüchtige Komponist eine Fülle von Musik für die unterschiedlichsten Gelegenheiten. Das KQ gibt einen Einblick in sein reiches Schaffen und stellt ihn auch als Veranstalter öffentlicher Konzerte vor, mit denen Telemann in Hamburg ein bürgerliches Musikleben etablierte.

Doch Telemann machte sich nicht nur als Komponist und Musiker einen Namen: So gründete er die erste deutsche Musikzeitschrift „Der getreue Musicmeister“ und betätigte sich etwa bis zum Jahr 1740 als Musikverleger. Zeitweilig stach er aus Kostengründen sogar selbst die Noten auf den kupfernen Druckplatten. Telemann kann also durchaus auch als erfolgreicher Privatunternehmer bezeichnet werden.

 

Gleichzeitig verstand Telemann es, in seinen Mußestunden für einen Ausgleich zu sorgen: Vor den Toren der Stadt besaß er einen Garten, den er als Ausgleich zu seinen musikalischen Aktivitäten pflegte. Begeistert tauschte er mit Kollegen wie Johann Georg Pisendel seine Erfahrungen als Gärtner und kostbare Pflanzen. In einem Verzeichnis, das über 70 Pflanzen seines Gartens dokumentiert, zeigt sich nicht zuletzt die »Bluhmen-Liebe« des großartigen Komponisten.

Hamburger-Telemann-Gesellschaft e.V.

Das Telemann-Museum im KomponistenQuartier wurde kuratiert von der Hamburger-Telemann-Gesellschaft e.V. (HTG).

 

Ziel der HTG ist es, den immensen Beitrag, den Telemann zur Kulturgeschichte Hamburgs im 18. Jahrhundert geleistet hat, wieder bewusst zu machen: in Form von Veranstaltungen, Veröffentlichungen, der jährlichen Verleihung des Peter-Klein-Preises an junge Musiker:innen im Rahmen des Wettbewerbs Jugend musiziert.

 

Hamburger Telemann Gesellschaft e.V.

 

"1728 stellte Georg Philipp Telemanns seiner Wahlheimat Hamburg ein beglückendes Lob aus: '…weil ich mich an einem Ort befinde, wo die Music gleichsam ihr Vaterland zu haben scheint, wo verschiedene Familien Virtuosinnen und Virtuosen unter den ihren zählen, und wo so mancher der Music die Hoffnung machet, daß sie hier beständig wohnen werde…'. Mit dem eigenem Museum wurde Telemanns Vision 2011 Wirklichkeit und eingebettet ins KomponistenQuartier befindet sich Telemann seit 10 Jahren in anregender Nachbarschaft seiner geschätzten Kollegen."


Anke Dennert für die Hamburger Telemann-Gesellschaft zum KQ-Jubiläum 2025