Donnerstag, 12. Februar 2026, 19:00 Uhr
Lichtwarksaal, Neanderstraße 22
Gravitationsfeld Mahler - "Das Lied von der Erde" zwischen Vergangenheit und Zukunft
Unter dem Motto “Gravitationsfeld Mahler – »Das Lied von der Erde« zwischen Vergangenheit und Zukunft” sprechen Prof. Elmar Lampson (langjähriger Präsident der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, Präsident der GMVH) und Prof. Daniel Kühnel, Intendant der Symphoniker Hamburg, über ein faszinierendes Mahler-Projekt, das Daniel Kühnel im vergangenen Jahr konzipiert und im Lausitz-Festival zur Aufführung gebracht hat.
Es ging in diesem ungewöhnlichen Konzert um Gustav Mahlers großes symphonisches Spätwerk »Das Lied von der Erde«. Aber es war keine Aufführung von Mahlers Werk, sondern ein Konzert mit einem Free-Jazz-Ensemble um den Komponisten und Kontrabassisten Haggai Cohen-Milo, in dem Gustav Mahlers Liederzyklus mit Mitteln des Free-Jazz reflektiert wurde.
In dem Gespräch soll der Frage nachgegangen werden, was es bedeutet, Musik mit Musik zu reflektieren. Zuerst werden sich die Fragen auf Mahlers Liederzyklus beziehen, der von Vergänglichkeit, Rausch, Abschied und Verwandlung erzählt und von Erfahrungen, die Jahrhunderte und Kulturen überdauern. Es soll nach dem Prozess gefragt werden, in dem Gustav Mahler altchinesische Lyrik, die vielfach übersetzt und nachgedichtet wurde, in Musik übertragen hat.
Anhand von Ton- und Videoaufnahmen versuchen Lampson und Kühnel nachzuvollziehen, wie das Free-Jazz-Ensemble das altchinesische Lied von der Erde weitergedacht hat - nicht als »Verjazzung«, sondern als erneute Übertragung von Sinn, Gehalt und existenzieller Erfahrung im Werk Gustav Mahlers in eine andere musikalische Sprache. Und es wird gefragt, was bleibt, wenn sich Sprache, Klang und Zeit verändern und wie die Relevanz des Lieds von der Erde für Gegenwart und Zukunft hörbar wird.
Eine Veranstaltung der Gustav-Mahler-Vereinigung Hamburg.
Eintritt frei, Spenden erwünscht
Bildnachweis: privat (Elmar Lampson), Cove Nouveau (Daniel Kühnel)