Freitag, 19. Juni 2026, 19:00 Uhr
Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
bei Telemann: Venezianisches Rendezvous
Filippo Finazzi zum 250. Todestag
Kerstin Dietl, Sopran
Hamburger Ratsmusik:
Christoph Heidemann und Iris Maron, Barockviolinen
Sven Holger Philippsen, Barockvioloncello
Simone Eckert, Viola da gamba
Ulrich Wedemeier, Chitarrone
Anke Dennert, Cembalo
Filippo Finazzi sang sich an der Gänsemarktoper in die Herzen der „Adelichen, als auch angesehensten Bürgerlichen Häuser“, gab Musikunterricht und komponierte: Filippo Finazzi, 1705 als Sohn eines Juristen bei Bergamo geboren, wurde in Rom, Neapel und Venedig in Gesang ausgebildet und feierte als Soprankastrat große Erfolge in Vivaldis Opernaufführungen. Mit der berühmten Operntruppe Mingotti bereiste er als Sänger und Opernkomponist den Norden und kam 1744 nach Hamburg.
Von seinen Kompositionen sind sechs Sinfonien sowie Sonaten, zahlreiche Arien und Cantaten erhalten: allesamt bislang unveröffentlicht, die hier erstmals wieder im Konzert erklingen.
Sie zeugen von der umfassenden Musikalität dieses Ausnahmesängers, der den Glamour von Italiens Opern nach Hamburg brachte.
Finazzis bewegtes Leben gipfelte im Alter von 52 Jahren in einer anrührenden Liebesgeschichte: In seinem späteren Wohnsitz in Bargfeld/Jersbek (Kreis Segeberg) lernte er eine junge Witwe kennen, die ihn "mit der größten Zärtlichkeit" pflegte, als er sich beide Beine gebrochen hatte. Drei Jahre später hielt Finazzi um ihre Hand an. Der Sülfelder Pastor jedoch lehnte die Trauung des Soprankastraten aus religiösen Gründen ab. Deshalb bat Finazzi den Syndicus und späteren Bürgermeister der Stadt Hamburg, Nikolaus Schuback, um Hilfe, so dass das Paar zwar nicht in, aber immerhin neben der St. Nikolai-Kirche in Hamburg-Moorfleet von Pastor Klefeker getraut werden konnte. 1776 starb Finazzi in Hamburg nach 15 Jahren Ehe an einem Schlaganfall und wurde auf dem Friedhof von Sülfeld begraben.
Eintrittskarten: € 25,-/12,- an der Abendkasse
Reservierungen unter info@telemann-hamburg.de.
Eine Veranstaltung der Hamburger Telemann-Gesellschaft, gefördert durch den Musikstadtfonds der Behörde für Kultur und Medien Hamburg.
Bildnachweis: Birgit Kiupel