Carl Philipp Emanuel Bach ist der berühmteste und musikgeschichtlich bedeutendste Sohn Johann Sebastian Bachs. Er komponierte Musik verschiedener Gattungen, verfasste das musikalische Lehrbuch „Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen“ und wurde zum Hauptvertreter des sogenannten „empfindsamen Stils“. Bachs Musik gilt bis heute als Ausdruck von Emotionen mit persönlichem Charakter, starken Kontrasten, überraschenden Effekten und einer für die damalige Zeit modernen Tonsprache. Es war vor allem Bachs Idee der freien Klavierfantasie, für die ihn seine Zeitgenossen bewunderten und die bis in die Romantik nachwirkte.
Zwei Jahrzehnte – von 1768 bis 1788 – prägte Bach das Hamburger Musikleben. Das CPE Bach-Museum Hamburg zeichnet mit multimedialen Präsentationen ein Bild des Menschen Bach und seiner Umgebung. Flanieren Sie mit Bach und dem englischen Musikhistoriker Charles Burney durch die Hansestadt und lauschen Sie ihren Gesprächen. Im teils rekonstruierten Mobiliar wird die Atmosphäre von Bachs Wohnung erlebbar. Hier können sich die Besucher an Hörstationen in die Eigenarten seiner Musik vertiefen und erfahren, wie die Zeitgenossen auf seine Werke reagierten.
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht Bachs Lieblingsinstrument, das Clavichord.


Carl Philipp Emanuel Bach in Hamburg

Nach fast 30 Jahren als Kammercembalist am Hof Friedrichs II. von Preußen zog es Carl Philipp Emanuel Bach im Jahre 1767 in die Hansestadt. Hier trat er die Nachfolge seines verstorbenen Patenonkels Georg Philipp Telemann an - als Johanneumskantor und Musikdirektor der fünf Hauptkirchen.
Das neue Amt erforderte eine Vielzahl an Kompositionen, die einstudiert und aufgeführt werden mussten. Bach komponierte Musik zu den großen Festen des Kirchenjahrs, für die Einführung neuer Pastoren, für die Feste der Hamburger Bürgerkapitäne und für Trauerfeiern. Zusätzlich zu seinen Amtspflichten veranstaltete er regelmäßig öffentliche Konzerte. Sie fanden vorzugsweise im Konzertsaal am Valentinskamp statt und waren in der Hamburger Gesellschaft sehr beliebt. Das galt auch für die "Bachischen Privatconcerte“. Sehr erfolgreich waren Bachs Oratorien, die man auch außerhalb Hamburgs kannte und schätzte. Wolfgang Amadeus Mozart beispielsweise dirigierte in Wien mehrere Aufführungen.
Carl Philipp Emanuel Bach hatte in der Hansestadt einen großen Freundeskreis. Dazu gehörten die Dichter Lessing und Klopstock, Johann Georg Büsch, der Gründer der Hamburger Handelsakademie, sowie weitere Mitglieder des Hamburger Bildungsbürgertums.
Zeitgenossen bewunderten CPE Bach vor allem für seine Virtuosität auf dem Cembalo und dem Clavichord. Bis in seine letzten Lebensjahre war Bach als Musiker und Komponist aktiv. Beigesetzt wurde er in der Krypta des ‚Michel’ (Hauptkirche St. Michaelis), wo auch heute noch sein Grabstein besichtigt werden kann.


Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Gesellschaft zu Hamburg e.V.

 


Lebensdaten

1714 Carl Philipp Emanuel Bach wird am 8. März in Weimar als zweitältester Sohn von Johann Sebastian und Maria Barbara Bach geboren. Kompositions- und Klavierunterricht erhält er bereits früh beim Vater.
um 1730 Erste eigene Kompositionen.
1731 Beginn des Jurastudiums in Leipzig.
1734–38 Jurastudium in Frankfurt an der Oder.
1738–67 Bach wird Kammercembalist beim Kronprinzen und späteren König Friedrich II. von Preussen in Rheinsberg, Berlin und Potsdam.
1742 Veröffentlichung der Preussischen Sonaten für Cembalo.
1744 Heirat mit Johanna Maria Dannemann, mit der Bach drei Kinder (Johann Adam *1745, Anna Carolina Philippina *1747 sowie Johann Sebastian *1748) bekam.
1750 Tod des Vaters Johann Sebastian Bach.
1753 Veröffentlichung des Lehrbuchs "Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen" (Teil I). Teil II wird 1762 gedruckt.
1767 Wahl zum Nachfolger Georg Philipp Telemanns als Kantor des Johanneums und Musikdirektor der Hauptkirchen in Hamburg.
1768 Übersiedlung nach Hamburg.
1769 Uraufführung des Oratoriums "Die Israeliten in der Wüste".
1772 Der englische Musikhistoriker Charles Burney besucht CPE Bach in Hamburg und berichtet über die Begegnung in seinem Buch The Present State of Music in Germany, the Netherlands and the United Provinces (London 1773, dt. Übersetzung Hamburg 1773)
1775 Bach führt Händels "Messias" in Hamburg auf.
1776 Uraufführung der vier letzten Sinfonien (Wq 183/H 663-666) und des "Heilig ist Gott".
1778 Tod des Sohnes Johann Sebastian (Maler) in Rom.
1786 Festmusik zur Weihe des neuen Michaelisturmes.
1788 Aufführung des Oratoriums "Auferstehung und Himmelfahrt Jesu" (1774) in Wien unter der Leitung W.A. Mozarts. Bach stirbt am 14. Dezember in Hamburg und wird im Gruftkeller der Hauptkirche St. Michaelis beigesetzt.